Sozialpädagogisches Wanderprojekt


VON Studierenden der Uni Witten/Herdecke       

FÜR Schülerinnen und Schüler der Werner-von-Siemens Hauptschule in Bochum

Seit Januar führen wir mit einem Team von 13 Studierenden an der Werner-von-Siemens-Hauptschule in Bochum eine AG für 8.-10. KlässlerInnen durch. 40 Schülerinnen und Schüler haben sich für diese AG angemeldet. Jeden Donnerstag wird dann über 60 Minuten in klassenübergreifenden Kleingruppen gearbeitet. Wir lernen uns gegenseitig kennen, sprechen mit den Jugendlichen ohne die Präsenz einer anwesenden Lehrkraft Englisch und setzen uns mit England und seiner Kultur auseinander.

 

Was ist das Ziel?

Im Juni 2017 werden wir mit 5 Lehrkräften und den 40 Jugendlichen nach England reisen und 10 Tage auf dem „Saxon Shore Way“ Wandern gehen. Geplant sind mehrere herausfordernde Tagesetappen, die mit einigen kulturellen Aktionen wie dem Besuch eines Museums und der Besichtigung anderer örtlicher Sehenswürdigkeiten ergänzt werden sollen.

 

Welche Intention steckt dahinter?

2014 forschte die Wittener Medizinstudentin Ulla Spitzer in Zusammenarbeit mit der Hauptschule in Bochum zu dem Thema, welchen Einfluss Sport und Bewegung auf die Konzentration und den Lernerfolg bei Jugendlichen haben. Sie arbeitete über ein Jahr mit den Schülerinnern und Schülern einer damaligen 7. Klasse, und zum Abschluss gingen alle zusammen auf dem Jakobsweg Wandern. Schulleiter, Lehrer, Eltern, Schülerinnen und Schüler als auch die Studierenden waren von dem Projekt begeistert, sodass es in abgewandelter Form in jährlichem Rhythmus weitergeführt wurde.

Wir wollen die Jugendlichen rausholen aus ihrem Schul- und Familienalltag, ihnen ein neues Land und eine neue Kultur näher bringen, sie für die Natur und das menschliche Miteinander sensibilisieren, sie für Bewegung und sportliche Aktivität begeistern und besonders eine Verbindung zwischen zwei oft getrennten gesellschaftlichen Gruppen von Studierenden und HauptschülerInnen schaffen. Wir haben das Ziel, gesellschaftlicher Spaltung entgegenzuwirken und soziale Integration zu fördern. Bewegung, Begegnung und elementare Naturerlebnisse als existentiell wesentliche Dinge und Gegengewicht zu virtuellen Welten, Realitätsverlust und sozialer Spaltung.

Das Projekt ist einzigartig in ganz Deutschland. Wir setzen uns ein für mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit und wollen zeigen, dass Bildung auch anders gestaltet werden kann: integrativ, innovativ und kooperativ.

 

Was ist das Besondere?

Im Unterschied zu einer gewöhnlichen Klassenfahrt melden sich die Schülerinnen und Schüler freiwillig für das Projekt an und bleiben dementsprechend auch Donnerstags länger in der Schule, um an der AG teilzunehmen. Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass die Fahrt „trotz“ des vielen Wanderns großen Spaß macht. Die Einzigartigkeit des Projekts liegt unserer Meinung darin, dass die Lehrkräfte sich sehr im Hintergrund bewegen und uns lediglich bei der Organisation unterstützen. Während des Unterrichts und der Wanderung tragen wir die Hauptverantwortung und kümmern uns um alles. Für die Jugendlichen sind wir mehr Freunde und Vorbilder als Autoritätsperson, wenngleich sie auch großen Respekt vor uns haben. Dadurch entsteht eine tolle Atmosphäre der gegenseitigen Unterstützung und Motivation.

Durch das gute Betreuungsverhältnis ist eine individuelle Unterstützung möglich. Elektronische Geräte jeglicher Art werden nicht mitgenommen, denn die Natur steht im Vordergrund. Wir werden überwiegend Zelten und so viel Zeit wie möglich draußen verbringen. Die Jugendlichen werden lernen, dass durch Ausdauer und Beharrlichkeit viel erreicht werden kann.

Aus den Erfahrungen der letzten Jahre können wir sagen, dass die soziale Integration verbessert und der Zusammenhalt der SchülerInnen in besonderem Maße gestärkt wird. Langfristig sind wir davon überzeugt, dass wir die Perspektiven und Zukunftschancen der Jugendlichen mit diesem Projekt verbessern können.

 

 

Worin besteht unsere Arbeit?

Die Hauptaufgaben bestehen in der Planung der Unterrichtsstunden, dem Akquirieren von Spenden- und Fördergeldern (benötigtes Budget: ca. 25.000€), der Vorbereitung der Reise (Ziel, Unterkünfte, Transport, Wanderwege, Ausrüstung usw.) und letzten Endes natürlich der Durchführung der Reise.

 

Wie können Sie helfen?

Nicht alle Familien unser Schülerinnen und Schüler können den Aufwandspauschale für die Reise stemmen. Daraus folgend benötigen wir für die Realisierung des Projekts finanzielle Unterstützung. Wir würden uns deshalb über eine Spende Ihrerseits sehr freuen. Alle weiteren Informationen dazu finden Sie unter der Rubrik „Spenden“.